Ludwig Wittgenstein: Tractatus und Philosophische Untersuchungen
Seit geraumer Zeit befasse ich mich mit der Philosophie von Ludwig Wittgenstein. Dieser Philosoph hat großen Einfluss auf viele Wissenschaften ausgeübt und wirkt auch heute noch in vielen Disziplinen nach. Das trifft vor allem auch auf die Disziplin der Sprachphilosophie zu.
Zwei seiner wichtigsten Arbeiten sind zum einen der “Tractatus logico-philosophicus” und zum anderen die Philosophischen Untersuchungen (PU).
Wittgensteins Tractatus
Der Tractatus logico-philosophicus ist eine philosophische Abhandlung, die zunächst einmal durch den eher unkonventionellen Aufbau der Satzstruktur auffällt. So sind die Sätze in Wittgensteins einzigem selbst veröffentlichten Werk nach einer eigenwilligen Nummernsysmatik angeordnet. Diese zu verstehen ist zwingend für den Leser notwendig, um sich fruchtbar mit den Inhalten auseinandersetzen zu können.
Es finden sich im “Tractatus” von Ludwig Wittgenstein Sätze, die “horizontal” gelesen werden können bzw. müssen. Ist der Satz beispielsweise mit 1.035 nummeriert, so bezieht er sich auf Satz 1, aber genauso auch auf die Sätze, die in der Nummerierung vorangingen. Es bleibt dabei dem Leser überlassen, wie tief er in die philosophische Materie eindringen möchte.
Philosophische Untersuchungen
Neben dem Tractatus, der für großes Aufsehen in der Philosophenwelt gesorgt hat, sind vor allem auch die Philosophischen Untersuchungen von großer Bedeutung. Diese sind nach dem Tod von Ludwig Wittgenstein (posthum) erschienen. Es ist fraglich, ob die Zusammenstellung der Editoren in der Form vom Autor selbst so angeordnet worden wäre.
Auch bei diesem Werk muss sich der Interessierte auf eine eigenwillige Gliederung des Textes gefasst machen: So finden sich die Gedanken und Ausführungen in Paragraphen angeordnet; das trifft jedoch zunächst nur auf “Philosophische Untersuchungen I” zu: hier wurde von § 1 bis 653 durchnummeriert.
Der zweite Teil wurde zunächst in kleine Kapitelchen unterteilt, die im weiteren Verlauf nicht weitergeführt wurden. Wie dem auch sei: wenn sich der Leser ein wenig auf diese Systematik einlässt und sich gute Kommentare zu den Werken Wittgensteins ansieht, kann er die Gedankengänge und Aussagen gut nachvollziehen.
Wittgensteins Sprache ist verständlich
Im Gegensatz zu vielen anderen Philosophen ist die Sprache Wittgensteins gut zu verstehen. Im Vergleich zu Kant beispielsweise, kann der Leser auch ohne Vorkenntnisse in die Materie einsteigen. Dabei ist solides Vorwissen ohne Frage immer vorteilhaft.
Wer sich mit Wittgenstein befasst, erhält einen außergewöhnlichen Zugang zur Philosophie: seine Herangehensweise bestand mehr in einem Beschreiben der Sachverhalte, denn in einem Erklären. Er wollte explizit keine Theorien aufstellen, um die Dinge zu verkomplizieren – wobei vielleicht gerade dies auch als Theorie gelesen werden kann. Wer eine ebenfalls sehr gute Einführung in das Leben und Werk von Ludwig Wittgenstein sucht, der ist mit Joachim Schulte: Wittgenstein. Eine Einführung sehr gut beraten.
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[...] ich mich momentan eingehender mit Wittgenstein befasse, habe ich mir jedoch ein paar Gedanken gemacht, die ich nun nieder schreiben möchte: so [...]